Informationen

Geographie

Der Wahlkreis 226 liegt im Südwesten Bayerns und besteht aus den drei Landkreisen Landsberg am Lech, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Hier leben rund 325.000 Menschen. Die Region bildet die Nahtstelle zwischen Oberbayern und Oberschwaben. Und ist von den Flüssen Isar im Osten und Lech im Westen eingerahmt.

Wettersteingebirge mit Zugspitze

Blick auf das Wettersteingebirge mit Deutschlands höchstem Berg - der Zugspitze

Höchste Erhebung ist mit 2962 Metern die Zugspitze bei Garmisch-Partenkirchen. Sie ist gleichzeitig der höchste Berg Deutschlands. Am flachsten ist der Wahlkreis mit rund 550 Metern in Fischen am Ammersee.

Geschichte

Die ersten nachweisbaren Spuren der Besiedelung dieser Gegend sind über 6000 Jahre alt. Es gibt zahlreiche keltische Bodendenkmäler wie Grabhügelfelder und Vierecksschanzen. Diese lassen sich von der frühen Bronzezeit (um 1500 v. Chr.) bis hinein in die Hallstattzeit (700- 450 v. Chr.) verfolgen. In römischer Zeit war der Wahlkreis 226 Teil der Provinz Rätien. Gegen 15 n. Chr. wurde mit dem Bau der westlich des Lechs verlaufenden Römerstraße Via Claudia Augusta begonnen. Sie verband Augsburg, das damalige Augusta Vindelicorum mit Verona. Damit wurde die Gegend zu einer Durchgangsregion für Truppen und Waren. Der seit 1000 v. Chr. genutzte Saumpfad vom Werdenfelser Land zum Brenner wurde in den Markomannenkriegen um 200 n. Chr. endgültig zur Heerstraße ausgebaut. Diese bestimmte denn seitdem das Leben in und um Partenkirchen, das zur Römerzeit Partanum hieß.

In den Wirren der Völkerwanderung mussten sich die Römer dem Druck vorrückender germanischer Völkerschaften beugen. Am Ende des fünften Jahrhunderts wichen sie nach Südtirol zurück. Einzelne romanische Colonen (unfreie Bauern mit Pachtrecht) – so genannte Walchen – blieben und gaben dem Wallgau und dem Walchensee seinen Namen. Die Nachfolge der Römer traten im Südwesten Bayerns die Alemannen an. Auch ihre Anwesenheit lässt sich archäologisch durch Grabfunde gut belegen.

Im Mittelalter gehörte das Gebiet zum größten Teil den Welfen, die sich unter anderem auf der Burg Werdenfels, die Namenspatron einer ganzen Gegend wurde, Steingaden, Schongau und Peiting niederließen. Auch Stadt- und Klostergründungen gehen auf sie zurück. Die Region profitiert vom Fernhandel über die Alpen. Auf der alten Salzstraße werden nun alle Güter von Wert transportiert. Städte wie Landsberg und Schongau erlangen Rang und Namen im Reich. Dies sollte sich jedoch mit der Entdeckung Amerikas ändern. Der Warenstrom verläuft von da an von West nach Ost und nicht mehr von Nord nach Süd.

Im zwölften Jahrhundert fallen weite Teile des Landes an die Wittelsbacher, die das dominierende Adelsgeschlecht bis in die Neuzeit bleiben. Erst nach dem ersten Weltkrieg dankt das Haus Wittelsbach ab.

Wirtschaft

Den meisten Menschen ist die Region vor allem durch den Tourismus bekannt, handelt es sich hier ja um das Herz des Pfaffenwinkels. Der Fremdenverkehr ist in der Tat ein wichtiger Wirtschaftszweig. Wenn es um Tourismus in Deutschland geht, steht Südbayern nach wie vor an der Spitze. Die Region aber nur mit barocker Klosterkunst in Verbindung zu setzen oder als Standort der Münchener Hausberge anzusehen, greift zu kurz.

Im Wahlkreis 226 arbeitet die große Mehrheit der Erwerbstätigen nicht in der Landwirtschaft oder in der Tourismusbranche, sondern in Industrie und Handwerk sowie im Dienstleistungsbereich. Mittelständische Unternehmen haben hier genauso ihren Sitz, wie die Schwerindustrie – vom Pharmakonzern über Automobilzulieferbetriebe bis hin zu Flugmotorenbauern.

Hervorragende Infrastruktur und der hohe Ausbildungsstand der Bevölkerung bieten Unternehmen hier beste Bedingungen. Bedingt dadurch weist der Wahlkreis 226 eine der höchsten Beschäftigungsraten in der Bundesrepublik auf.